Wetten in Österreich 2026: Welche Buchmacher eine Bewilligung haben und was die Wettgebühr kostet
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026 · Geprüft gegen die Veröffentlichungen der Anbieter und die Wettordnungen, die am 14.10.2026 abrufbar waren.
Wer in Österreich online wettet, betritt eine Sonderzone. Sportwetten sind nach bundesgerichtlicher Lesart kein Glücksspiel und fallen damit aus dem Glücksspielgesetz (GSpG) heraus. Bewilligt werden sie nicht vom Bund, sondern von jeder der neun Landesregierungen nach ihrem eigenen Wettgesetz. Eine nationale Lizenz, ein zentrales Sperrregister, eine bundesweite Liste der Buchmacher — all das gibt es für Sportwetten in Österreich nicht. Was es gibt, ist seit dem 1. April 2025 eine Wettgebühr von 5 Prozent auf jeden Einsatz, die der Anbieter schuldet, nicht der Wettkunde.
Diese Seite nimmt die Seite des Wettkunden ein. Sie schaut, was eine Bewilligung eines Bundeslandes tatsächlich abdeckt, was die 5-Prozent-Gebühr beim Gewinn abzieht, was Bonusaktionen in den Bedingungen kosten und wo Buchmacher ohne österreichische Bewilligung in eine Grauzone fallen. Sie zieht keine Tipps und keine Sieger — sie arbeitet die Preise und die Regeln auf, die ein Wettkunde vor dem Abgeben eines Wettscheins kennen sollte.
Verantwortungsvolles Wetten in Österreich: was pro Anbieter und pro Land gilt
Wer in Österreich wettet, ist mit dem Spielerschutz nicht automatisch auf der sicheren Seite. Es gibt keine bundesweite Sperrdatei für Sportwetten, kein einheitliches Einzahlungslimit und keine zentrale Aufsicht, die einem Anbieter Vorschriften macht. Die Vorgaben kommen aus den Wettgesetzen der Bundesländer, ergänzt durch die Bedingungen, die jeder Anbieter selbst in seine Wettordnung schreibt.

Das Mindestalter liegt in den meisten Landesgesetzen bei 18 Jahren; tipp3 etwa gibt an, das Alter technisch auf 18 Jahre zu setzen. Wer sich selbst aussperren will, kann das bei tipp3 für 1, 2 oder 3 Jahre tun, und die Sperre ist nach dem Start nicht mehr aufhebbar. Für kürzere Pausen bietet tipp3 Spielpausen von 1, 3 oder 6 Monaten, das Guthaben bleibt währenddessen auf dem Konto. Bei einer Selbstsperre wird das Restguthaben auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen, der Zugang zum Wettkonto endet.
Ein einheitliches Einzahlungslimit, das alle Anbieter einhalten müssten, existiert nicht. win2day hat eigene Limits: bis 26 Jahre 250 € pro Woche, ab 26 Jahren 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar, Gewinne zählen nicht in das Limit hinein. Das ist kein Branchenstandard, sondern die Hausordnung eines einzelnen Anbieters. Wer die Limits anderer Anbieter kennen will, muss deren Wettordnung lesen — die Verantwortung, dies zu tun, liegt beim Wettkunden.
Bei Buchmachern ohne österreichische Bewilligung greift das österreichische Instrumentarium nicht. Eine Selbstsperre bei einem Anjouan- oder Curaçao-Anbieter sperrt das Konto bei diesem Anbieter, nicht bei einem landesbewilligten österreichischen Buchmacher. Wer die Sperre über das eigene Verhalten legen will, muss jeden Anbieter einzeln sperren, bei dem ein Konto besteht. Die Hilfsangebote der Branche in Österreich laufen über playsponsible.at, eine Anlaufstelle, die im Auftrag der österreichischen Glücksspiel- und Wettanbieter betrieben wird.
Die Reformpläne auf Bundesebene (Glücksspielreformgesetz 2026) sehen ein Sperrregister und ein Limitregister vor, beides für GSpG-Glücksspiel, nicht für Sportwetten. Sportwetten sollen laut dem Stand vom 14.10.2026 nicht in diese Register aufgenommen werden. Bis eine solche Ausweitung politisch durch ist, bleibt Spielerschutz bei Sportwetten in Österreich eine Sache der einzelnen Anbieter, der Landesgesetze und des eigenen Verhaltens.
Boni und Freiwetten: was der Wettkunde dafür einsetzt
Boni sind in Österreich keine gesetzlich geregelte Leistung. Es gibt keinen Mindestumsatz, keine vorgeschriebene Mindestquote, keine Frist, die ein Anbieter einhalten müsste. Jeder Buchmacher schreibt seine Bedingungen selbst, und die Bandbreite ist groß. Drei Beispiele aus dem aktuellen Markt zeigen, was das in der Praxis heißt.

win2day vergibt nach einer ersten Einzahlung von mindestens 1 € fünf FreeBets zu je 10 €, insgesamt 50 €. Die FreeBets sind drei Jahre lang nutzbar, gelten nur für Einzelwetten, müssen genau in Höhe des FreeBet-Betrags gesetzt werden und sind nicht auszahlbar. Bei FreeBets ist der Einsatz typischerweise nicht zurückgezahlt, das heißt: Wer eine 10-€-FreeBet auf eine Quote von 3,00 setzt, gewinnt 30 € brutto, der Einsatz von 10 € verfällt, es bleiben 20 € Nettogewinn. Cash Out ist bei FreeBets bei win2day deaktiviert; wer vor Spielende aussteigen will, kann das bei einem FreeBet-Einsatz nicht.
Wonderluck wirbt im Sportbereich mit einem Erstzahlungsbonus von 100 % bis 150 €, einem wöchentlichen Reload von 50 % bis 500 €, Cashback von 10 % bis 500 %, Accumulator Boost und Early Payout. Die genauen Umsatzbedingungen, die Mindestquote und die Frist sind in der Übersicht, die am 16.10.2026 abrufbar war, nicht angegeben. LegendPlay nennt einen Ersteinzahlungsbonus von 100 % bis 250 € und einen wöchentlichen Reload von 50 % bis 500 €, ohne dass die Konditionen in der Aktionsübersicht stehen. Sportuna wiederum wirbt mit 100 % bis 100 € auf die erste Einzahlung, 50 % bis 500 € Reload, 10 % bis 500 € Cashback, Accumulator Boost, Bore Draw und Early Payout, auch hier ohne dass die Bedingungen in der Übersicht stehen.
Diese Lücken sind kein Zufall. Wer einen Bonus bewirbt, schreibt die großen Zahlen in die Werbung. Wer die Bedingungen lesen will, muss auf die Kleingedruckte Seite des Anbieters gehen — und die ist oft mehrere Klicks entfernt. Die Bedingungen entscheiden, was vom Bonus tatsächlich übrig bleibt. Eine Faustregel, die in der Branche gilt: Ein Bonus mit hohem Prozentsatz und hoher Maximalsumme ist für einen Wettkunden nur dann attraktiv, wenn er den geforderten Umsatz bei einer Quote spielen kann, die er auch ohne den Bonus angespielt hätte. Wer dafür exotische Märkte oder risikoreiche Kombis spielen muss, zahlt den Bonus in der Regel mit einer schlechteren durchschnittlichen Auszahlungsquote wieder zurück.
Was die Werbung verschweigt: Umsatzfaktoren zwischen 5- und 10-fach, Mindestquoten zwischen 1,50 und 2,00 und Fristen von 7 bis 30 Tagen sind in der Branche üblich. Wer eine Einzahlung von 100 € macht und einen 100-%-Bonus bekommt, der 6-fach umgesetzt werden muss, muss 1.200 € an Wetten platzieren, bevor eine Auszahlung möglich ist. Bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % auf den umsatzpflichtigen Märkten kostet das den Wettkunden im Erwartungswert etwa 60 €. Ein 100-€-Bonus, der 50 € kostet, ist unter diesen Bedingungen netto negativ.
Die Kehrseite: Ein Bonus, der bei akzeptabler Quote und ohne kurze Frist umgesetzt werden kann, ist bares Geld, vorausgesetzt, man spielt ohnehin. Der häufigste Fehler ist, dass Wettkunden Wetten platzieren, die sie sonst nicht platziert hätten, nur um den Bonus freizuspielen. Dann kostet der Bonus den Erwartungswert der Zusatzwetten, nicht den offiziellen Umsatzfaktor.
Wettarten, Quoten und das, was die Quote verschweigt
Wer in Österreich wettet, wettet fast immer in dezimaler Quote. Eine Quote von 2,10 bedeutet: 1 € Einsatz zahlt 2,10 € zurück, wenn der Tipp eintrifft, der Reingewinn ist 1,10 €. Die Quote ist das einzige, was der Buchmacher dem Wettkunden offen zeigt, und sie ist die einzige Größe, an der sich der Erwartungswert messen lässt. Sie hat aber einen eingebauten Haken: Die Marge des Buchmachers.
Ein illustratives Beispiel: Eine Begegnung ohne Favoriten, beide Seiten mit Quote 1,90. Wer 1 € auf Heimsieg und 1 € auf Auswärtssieg setzt, bekommt 1,90 € zurück, falls eine der beiden Seiten gewinnt. Auf lange Sicht zahlt der Markt 1,90 € auf 2 € Einsatz, also 0,95 € pro 1 € Einsatz. Das ist eine Auszahlungsquote von 95 %. Die Marge des Buchmachers sind die restlichen 5 %. Wer mit höheren Quoten rechnet, sollte sich klarmachen: Eine faire Wette ohne Marge würde bei zwei gleichwahrscheinlichen Ausgängen jeweils Quote 2,00 bieten, und ein Buchmacher, der 1,90 / 1,90 anbietet, kassiert auf jedem Euro, der auf den Markt gesetzt wird, etwa 5 Cent.
Das ist nicht nur Theorie. Bei Märkten mit drei Ausgängen — Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg — ist die Marge in der Regel höher, oft zwischen 5 % und 8 %. Bei exotischen Märkten wie „Torschütze des ersten Tores“ oder „Anzahl der Eckbälle“ liegen die Margen regelmäßig im zweistelligen Bereich. Je exotischer der Markt, desto mehr nimmt der Buchmacher mit. Wer das nicht im Kopf hat, vergleicht zwei Quoten auf verschiedenen Märkten, als wären sie vergleichbar.
tipp3 erlaubt Einzelwetten erst ab einer Quote von 1,06. Niedrigere Quoten können nur in Kombi- oder Systemwetten gespielt werden. In einer Kombiwette lassen sich 3 bis 10 Tipps miteinander verbinden, und die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, kaufmännisch gerundet. Bei win2day kombiniert eine Standardwette 1 bis 10 Ereignisse, auch hier ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten auf zwei Dezimalstellen gerundet. Das klingt harmlos, ist aber eine Bremse für die Quote. Wer drei Tipps zu 1,50 / 1,50 / 1,50 kombiniert, bekommt nicht 3,375 als Quote, sondern 3,38, aufgerundet wird hier nicht kaufmännisch, sondern regulär, was den Wettkunden in der Regel leicht begünstigt — was aber nichts daran ändert, dass die Multiplikation der Einzelmargen die Gesamtmarge nach oben treibt. Wer drei Einzelwetten zu 1,50 platziert, hat pro Wette etwa 6,7 % Marge, in der Kombi addieren sich die Margen, das Ergebnis liegt bei rund 18-20 % Marge auf den kombinierten Einsatz.
Die Berechnung einer Auszahlung selbst ist einfach: Einsatz × Quote = Brutto-Rückzahlung. Bei einer 50-€-Wette auf Quote 2,50 bekommt der Wettkunde 125 € zurück, davon 75 € Gewinn. Die Wettgebühr von 5 %, die seit dem 1. April 2025 gilt, zieht der Anbieter ab, falls er sie überhaupt an den Wettkunden weitergibt. tipp3 hat das öffentlich erklärt: Bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter die Gebühr selbst, bei gewonnenen Wetten werden 5 % vom Gewinn abgezogen, nicht vom Brutto-Rückzahlungsbetrag. Konkret: Wer 10 € auf Quote 2,00 setzt, bekommt 20 € Bruttogewinn, davon werden 1 € Wettgebühr abgezogen, ausgezahlt werden 19 €.
Bei Cash-Out-Wetten und einigen Spezialmärkten wie „ja/nein“- oder „alle 7″-Wetten entfällt der 5-%-Abzug laut tipp3. Das ist eine operative Entscheidung des Anbieters, keine gesetzliche Regel — andere Anbieter können das anders handhaben, und wer auf den vollen Gewinn angewiesen ist, liest die AGB des Buchmachers, bei dem er wettet.
Höchstgewinne und Höchsteinsätze sind ebenfalls Sache der Anbieter. win2day nennt 0,50 € Mindesteinsatz pro Standardwette, 500 € Höchsteinsatz pro Standardwette, Höchstgewinn 80.000 € pro Standardwette und 200.000 € pro Systemwette. Vierklee wiederum gibt einen Höchstgewinn von 15.000 € pro Einzel- oder Kombiwette und 50.000 € pro Kunde und Woche für ganz Österreich an. Wer mit höheren Einsätzen spielt, prüft vorab, was der Anbieter als Maximum akzeptiert — was über dem Limit liegt, wird nicht angenommen.
Livewetten sind in Österreich je nach Land unterschiedlich geregelt. Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse sowie auf den nächsten Torschützen. Niederösterreich hat seine aktuelle Linie nicht veröffentlicht. Wer auf den vollen Markt an Livewetten Wert legt, sollte prüfen, was das jeweilige Bundesland erlaubt, und ob der Anbieter diese Wetten tatsächlich anbietet. tipp3 etwa bietet Livewetten nur auf Tipp3.at und in den tipp3-Apps an, stationäre Annahmestellen sind für Livewetten tabu.
Sportarten, Märkte und was der österreichische Wettkunde tatsächlich tippt
Fußball, Tennis, Eishockey und Wintersport prägen das Wettangebot in Österreich. Welche Märkte ein Anbieter im Programm hat, hängt vom Buchmacher und von der Saison ab. win2day nennt auf der eigenen Seite Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1 als Kernsportarten. Merkur Bets deckt laut App-Beschreibung Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia ab. 20Bet wiederum wirbt mit Live-Ereignissen und Echtzeit-Aktualisierung der Quoten, ohne die Sportarten einzeln aufzulisten.
Die Breite des Angebots ist nicht bei jedem Anbieter gleich. NEO.bet spricht in der App-Beschreibung von über 600 Matches täglich, 22bet von über 1.000 Veranstaltungen pro Tag mit im Durchschnitt mehr als 30 Markttypen pro Veranstaltung. Das ist ein anderes Kaliber als ein heimischer Anbieter mit Land-Bewilligung, der sich auf die Sportarten konzentriert, die im Land traditionell eine Rolle spielen. Wer auf exotische Ligen oder Randsportarten setzen will, findet das bei größeren Anbietern eher als bei kleinen österreichischen Buchmachern.
Was die Quoten angeht, ist die Formel 1 in Österreich ein Sonderfall. Der heimische Markt verlangt nicht zwingend einen Favoriten — Verstappen, Hamilton oder Leclerc wetten Österreicher eher als Spezialmarkt. Der Große Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring gehört zum Pflichtprogramm der meisten Buchmacher, oft mit Spezialmärkten wie „Safety Car“, „schnellste Runde“ oder „Podiumsplatzierung“. Wintersportarten wie Skifahren sind in Österreich über die heimischen Buchmacher tendenziell stärker abgedeckt als bei internationalen Anbietern — die heimischen kennen die regionalen Rennen und bieten dort eher Märkte an.
Die Bundesliga in Österreich ist für heimische Wettkunden das, was die deutsche Bundesliga für deutsche Wettkunden ist. Bundesliga Österreich, Bundesliga Deutschland, Champions League und Europa League sind die Standards, die jeder Anbieter im Programm hat. Dazu kommen Eishockey mit der ICE Hockey League und der NHL, Tennis mit den vier Grand Slams und der ATP-Tour, Formel 1 mit allen Grands Prix und Ski alpin mit Weltcup und Weltmeisterschaften.
Was die Marge angeht, gilt eine Faustregel: Je liquider der Markt, desto knapper die Marge. Die Champions League hat in der Regel 3-5 % Marge auf den 1X2-Märkten, die Bundesliga Österreich eher 5-7 %, kleinere Ligen eher 7-10 %. Exotische Märkte wie „Torschütze des letzten Tores“ liegen noch einmal deutlich höher. Wer konsequent auf liquidere Märkte setzt, gibt weniger Marge ab.
Wer ein bestimmtes Spiel oder Turnier sucht, das im österreichischen Angebot fehlt, hat zwei Optionen: einen Anbieter ohne Land-Bewilligung mit größerem Programm, mit dem Risiko der rechtlichen Grauzone, oder den Gang in eine stationäre Annahmestelle, wo das Wettprogramm am Terminal sichtbar ist. Was nicht im Programm ist, lässt sich nicht wetten — und ein Anbieter, der eine bestimmte Sportart nicht anbietet, lässt sich durch Werbung nicht dazu bringen, es doch zu tun.
Neue Wettanbieter: Bewilligung ist nicht selbstverständlich
Der österreichische Markt für neue Wettanbieter ist ein Markt mit einer Besonderheit. Wer als neuer Anbieter in Österreich starten will, braucht eine Bewilligung des Bundeslandes, von dem aus er operiert. Eine Malta-Lizenz, eine Curaçao-Lizenz oder eine Anjouan-Lizenz ist in Österreich keine Bewilligung, eine landesrechtliche Erlaubnis ist nicht durch eine ausländische Lizenz ersetzbar.
Das Problem für Wettkunden: Eine zentrale Liste der in Österreich bewilligten Anbieter gibt es nicht. Wer prüfen will, ob ein Anbieter eine Bewilligung hat, muss das Impressum der Anbieter-Website lesen, die Wettordnung prüfen oder den Weg zur Landesregierung suchen. Die meisten Anbieter veröffentlichen ihre Bewilligung im Impressum oder in den AGB; wer nichts findet, hat in der Regel keinen Grund, eine Bewilligung anzunehmen.
Neue Anbieter, die in den letzten Monaten am österreichischen Markt aufgetaucht sind, fallen in zwei Gruppen. Die erste Gruppe sind Marken, die eine bestehende Bewilligung eines Bundeslandes haben und unter neuem Namen antreten — etwa Merkur Bets, das seit Juni 2025 als Marke der Merkur Group auftritt, vormals Cashpoint. Solche Marken übernehmen die Bewilligung der Mutter und müssen diese nicht neu beantragen.
Die zweite Gruppe sind Marken, die in Österreich neu auftreten, ohne dass eine Land-Bewilligung erkennbar ist. Slotimo nennt eine Anjouan-Lizenz, Wonderluck ebenfalls, LegendPlay ebenfalls, Sportuna nennt eine Curaçao-Lizenz. Keine dieser Lizenzen ist eine österreichische Bewilligung. Der VwGH hat am 9.4.2026 entschieden, dass die Bewilligungspflicht an den Ort anknüpft, von dem aus der Anbieter seine Daten bereitstellt — wer den Server im Ausland stehen hat, fällt nach dieser Lesart nicht zwingend unter das österreichische Wettgesetz. Die Frage ist politisch und rechtlich umstritten; sie ist nicht abschließend geklärt.
Was das für den Wettkunden heißt: Wer bei einem Anbieter ohne Land-Bewilligung wettet, hat keine österreichische Aufsicht, an die er sich bei Problemen wenden kann. Die Beschwerdestelle ist der Anbieter selbst, falls er eine hat. Die Selbstsperre gilt nur beim jeweiligen Anbieter, nicht österreichweit. Die Wettgebühr zahlt der Anbieter, weil sie für jeden Wetteinsatz aus Österreich fällig wird, unabhängig von der Bewilligung; ob der Anbieter die Gebühr korrekt abführt, kann der Wettkunde nicht prüfen. Wer auf der sicheren Seite sein will, wettet nur bei Anbietern mit klar benannter Land-Bewilligung; wer bereit ist, die Grauzone zu akzeptieren, sollte sich bewusst sein, dass die Wettgebühr bezahlt wird, ohne dass der Anbieter eine österreichische Bewilligung hat.
Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird: Anbieter ohne Land-Bewilligung haben in der Regel kein österreichisches Wettprogramm. Sie bieten, was ihr internationaler Standard ist, und passen das Programm nicht an österreichische Besonderheiten an. Wer Bundesliga Österreich oder die ICE Hockey League sucht, wird sie bei vielen dieser Anbieter finden, aber die Wettarten und die Quotierung sind auf den internationalen Markt zugeschnitten, nicht auf österreichische Gewohnheiten.
Die 10 Buchmacher für Wetten in Österreich im Vergleich
Der Markt der Sportwetten in Österreich teilt sich in zwei klar erkennbare Gruppen: Anbieter mit einer Bewilligung eines Bundeslandes, und Anbieter, die ohne eine solche Bewilligung auftreten. Beide Gruppen werden hier nebeneinandergestellt, weil Wettkunden in Österreich mit beiden Gruppen in Berührung kommen — über Werbung, über Empfehlungen, über die Suche nach besseren Quoten. Welcher Anbieter für wen passt, hängt davon ab, welche Priorität man setzt: heimische Aufsicht, Quotenbreite, Bonusprogramm oder Wettangebot.
| Anbieter | Bewilligung in Österreich |
|---|---|
| tipp3 | NÖ Landesregierung, Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020 |
| win2day | NÖ Landesregierung, im NÖ Wettgesetz bewilligt |
| Starsportwetten | Bewilligung eines Bundeslandes, Land und Bescheid nicht veröffentlicht |
| Vierklee | Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0 |
| Admiral | OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz |
| Merkur Bets | Bewilligung eines Bundeslandes, Land und Bescheid nicht veröffentlicht |
| Slotimo | keine österreichische Bewilligung; Lizenz: Anjouan ALSI-102310002-F15 |
| Wonderluck | keine österreichische Bewilligung; Lizenz: Anjouan |
| LegendPlay | keine österreichische Bewilligung; Lizenz: Anjouan |
| Sportuna | keine österreichische Bewilligung; Lizenz: Curaçao |
tipp3
tipp3 ist die wohl bekannteste österreichische Sportwettenmarke und arbeitet mit einer Bewilligung der NÖ Landesregierung, die am 10.12.2020 erteilt wurde. Die Plattform verlangt eine Mindestquote von 1,06 für Einzelwetten, was in der Praxis kaum eine Einschränkung ist, weil die meisten Sportwetten-Quoten darüber liegen. Wer kombinieren will, kann 3 bis 10 Tipps in einer Kombiwette verbinden.
Was die Wettgebühr angeht, ist tipp3 einer der wenigen Anbieter, der die Gebühr offen ausweist: Bei verlorenen Wetten trägt tipp3 die Gebühr selbst, bei gewonnenen Wetten werden 5 % vom Gewinn abgezogen. Das ist transparent und entspricht dem, was die meisten Wettkunden erwarten. Cash Out ist verfügbar, aber während der Wettabgabe-Sperre — etwa bei Quotenanpassungen — nicht nutzbar. Livewetten gibt es nur online, nicht in stationären Annahmestellen. Die App gehört zum Standardangebot.
Was kostet es? Der Wettkunde bekommt bei tipp3 eine seriöse österreichische Marke mit klar deklarierter Bewilligung und einer Wettordnung, die die 5-%-Gebühr klar regelt. Wer auf der sicheren Seite sein will, ist hier richtig. Wer exotische Märkte oder das tiefste Quoten-Niveau sucht, wird bei internationalen Anbietern eher fündig.
win2day
win2day ist die Sportwetten-Marke der Österreichischen Lotterien und arbeitet ebenfalls mit einer Bewilligung der NÖ Landesregierung. Wichtig zu wissen: win2day betreibt auch Lotterie und Casino, und die laufen unter der bundesrechtlichen GSpG-Konzession, einem anderen Regime. Die Sportwetten fallen nicht unter das GSpG, sondern unter das NÖ Wettgesetz. Wer bei win2day wettet, sollte das im Kopf haben.
Das Wettangebot umfasst Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten sowie Livewetten auf Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1. Eine Standardwette kombiniert 1 bis 10 Ereignisse mit Produktquote, kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen. Cash Out ist verfügbar, der Anbieter bestimmt, welche Wetten Cash Out bekommen, und kann die Funktion jederzeit zurückziehen.
Die Limits: Mindesteinsatz 0,50 € pro Standardwette, Höchsteinsatz 500 € pro Standardwette, Höchstgewinn 80.000 € pro Standardwette und 200.000 € pro Systemwette. Wer den FreeBet von win2day nutzt, bekommt fünf FreeBets zu je 10 € nach einer Ersteinzahlung von mindestens 1 €, gültig drei Jahre, nur für Einzelwetten, nicht auszahlbar, Cash Out für FreeBets deaktiviert.
Was kostet es? win2day ist der Anbieter, bei dem das FreeBet-Angebot am klarsten dokumentiert ist. Wer einen Bonus sucht, der ohne hohe Umsatzfaktoren auskommt, ist hier richtig — fünf FreeBets zu je 10 € lassen sich bei Mindesteinsatz 0,50 € auch in kleineren Wetten unterbringen. Wer höhere Einsätze oder ein breiteres Sportangebot sucht, wird bei anderen Anbietern fündig.
Starsportwetten
Starsportwetten wirbt auf der eigenen Seite und über die App mit dem Slogan „behördlich bewilligter Sportwettenanbieter“. Der Google-Play-Eintrag nennt einen Bescheid vom 8. März 2022 für die Starbet24 GmbH. Welches Bundesland den Bescheid erteilt hat und welche Aktenzahl der Bescheid trägt, ist nicht veröffentlicht. Das ist ein Unterschied zu tipp3 oder Vierklee, die ihre Bewilligungsdaten offen ausweisen.
Was die Plattform selbst angeht, ist Starsportwetten ein österreichischer Anbieter mit Fokus auf stationären Annahmestellen und Online-Angebot. Details zu Wettarten, Limits und Quoten müssen auf der Anbieter-Website geprüft werden, sie liegen nicht in den hier ausgewerteten Quellen vor.
Was kostet es? Wer auf einen Anbieter mit klar dokumentierter Bewilligung Wert legt, ist mit tipp3 oder Vierklee besser bedient. Wer die Marke kennt und die App nutzt, kann hier wettet — die Bewilligung ist vorhanden, aber die Dokumentation ist dünner als bei den Marktführern.
Vierklee
Vierklee arbeitet mit einer Bewilligung der Tiroler Landesregierung, Aktenzeichen Zl. IIa.10.065/144-0. Das ist eine der klarsten Dokumentationen einer Land-Bewilligung im österreichischen Markt. Der Anbieter ist in Westösterreich traditionell stark und betreibt Annahmestellen in mehreren Bundesländern.
Die Wettbedingungen sind klar: Höchstgewinn 15.000 € pro Einzel- oder Kombiwette, 15.000 € pro Systemwette, 50.000 € pro Kunde und Woche für das gesamte Bundesgebiet Österreich. Wer höhere Gewinne anstrebt, ist bei anderen Anbietern besser aufgehoben; wer im Wochenrahmen bleibt, hat mit Vierklee einen Anbieter mit solider Tiroler Bewilligung.
Was kostet es? Vierklee ist die ruhige, regional verankerte Alternative. Wer einen Anbieter mit klar dokumentierter Bewilligung und moderaten Limits sucht, ist hier richtig. Wer ein Hochgewinn-Konto führen will, sollte die 15.000-€-Grenze pro Wette im Kopf haben.
Admiral
Admiral gehört zur Novomatic-Gruppe und ist die wohl bekannteste Marke für stationäre Sportwetten in Österreich. Die Bewilligung ist eine der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz. Admiral betreibt ein dichtes Netz an Annahmestellen in ganz Österreich, mit Fokus auf das gehobene Segment und auf Spielbanken, in denen das Wettangebot integriert ist.
Was die Online-Plattform angeht, ist Admiral über Admiral.at erreichbar, mit dem üblichen Programm an Vorab- und Livewetten. Die Quoten liegen im Marktmittel, die Wettarten entsprechen dem Standard. Wer Admiral nutzt, nutzt eine Marke mit klarer Bewilligung und einem stationären Netz, das viele Wettkunden aus dem Alltag kennen.
Was kostet es? Admiral ist der Anbieter, bei dem Markenvertrauen und Aufsicht zusammenkommen. Wer ohnehin in der Nähe einer Annahmestelle wettet, hat hier eine direkte Anlaufstelle. Wer nur online wettet, findet das Programm auch, aber die Stärke liegt im stationären Geschäft.
Merkur Bets
Merkur Bets ist seit Juni 2025 der neue Markenname der österreichischen Sportwetten-Sparte der Merkur Group, die zuvor als Cashpoint aufgetreten ist. Der Markenwechsel ist eine Reaktion auf den Wettbewerb im österreichischen Markt und auf den Versuch, international sichtbarer zu werden. Die Bewilligung eines Bundeslandes ist vorhanden, welches Bundesland und welcher Bescheid genau, ist in den vorliegenden Quellen nicht ausgewiesen.
Die Merkur-Bets-App bietet Live- und Vorab-Wetten, Cashout sowie Einzel-, Kombi-, System- und Mehrwegwetten auf Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia. Die App ist im App Store ab 18 Jahren freigegeben. Das Sportangebot ist damit etwas breiter als bei rein heimisch fokussierten Anbietern.
Was kostet es? Merkur Bets ist die Marke im Wandel. Wer mit Cashpoint vertraut war, findet das gewohnte Programm unter neuem Namen. Wer eine Marke mit klar dokumentierter Bewilligung sucht, sollte die AGB lesen, weil die Bewilligungsdaten weniger transparent veröffentlicht sind als bei tipp3 oder Vierklee.
Slotimo
Slotimo ist ein Anbieter ohne österreichische Bewilligung. Die Lizenz, die Slotimo nennt, ist eine Anjouan-Lizenz (ALSI-102310002-F15), eine Offshore-Lizenz, die in mehreren Ländern anerkannt ist, aber nicht in Österreich. Die Frage, ob ein solcher Anbieter in Österreich legal operiert, hängt von der Auslegung des jeweiligen Landesgesetzes ab; eine eindeutige Antwort gibt es nicht.
Was das Angebot angeht, ist Slotimo breit: Pre-Match- und Live-Wetten auf Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Boxen, Volleyball, Snooker und eSport mit Echtzeit-Aktualisierung der Quoten, plus eine App. Das Sportangebot ist deutlich umfangreicher als bei vielen heimischen Anbietern, was Wettkunden anzieht, die exotische Ligen oder eSport-Märkte suchen.
Was kostet es? Slotimo ist der Anbieter für Wettkunden, denen das Programm wichtiger ist als die heimische Aufsicht. Wer hier wettet, hat keine österreichische Beschwerdestelle und keine österreichische Selbstsperre, die über das Konto bei Slotimo hinausgeht. Die Wettgebühr von 5 % wird auch für diese Wetten fällig, der Anbieter führt sie ab, ohne dass eine österreichische Bewilligung dahinter steht.
Wonderluck
Wonderluck ist ebenfalls ein Anbieter ohne österreichische Bewilligung, mit Anjouan-Lizenz. Das Sportangebot ist umfangreich, mit Schwerpunkt auf Fußball, Tennis, Basketball und eSport. Die Bonusaktionen sind in der Werbung groß geschrieben: 100 % bis 150 € auf die erste Einzahlung, wöchentlicher Reload bis 500 €, Cashback bis 500 %, Accumulator Boost, Early Payout.
Was die Bedingungen angeht, ist die Werbung das eine, die AGB das andere. Die genauen Umsatzfaktoren, Mindestquoten und Fristen stehen allein in den AGB des Anbieters. Wer hier einen Bonus annimmt, sollte vor der Annahme die AGB lesen — die Werbung ist kein Ersatz für die Bedingungen.
Was kostet es? Wonderlock wirbt mit den höchsten Bonusbeträgen im Testfeld. Wer den Bonus nutzt, sollte die Bedingungen kennen. Wer auf der sicheren Seite sein will, ist mit einem heimischen Anbieter mit klar dokumentierter Bewilligung besser bedient; wer die Bonusbeträge sucht und die Grauzone akzeptiert, findet hier ein Angebot.
LegendPlay
LegendPlay ist der dritte Anbieter im Feld ohne österreichische Bewilligung, mit Anjouan-Lizenz. Das Sportangebot umfasst die üblichen Disziplinen, mit Schwerpunkt auf Fußball, Tennis, Basketball und eSport. Die Bonusaktionen: 100 % bis 250 € auf die erste Einzahlung, 50 % bis 500 € wöchentlicher Reload. Die genauen Bedingungen nennt der Anbieter auf seiner Aktionsseite.
Was kostet es? LegendPlay ist vergleichbar mit Wonderluck: international ausgerichteter Anbieter, ohne österreichische Aufsicht, mit Bonusaktionen, deren genaue Konditionen erst in den AGB stehen. Wer hier wettet, sollte die gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen wie bei jedem Offshore-Anbieter.
Sportuna
Sportuna ist der vierte Anbieter ohne österreichische Bewilligung, mit Curaçao-Lizenz. Das Sportangebot ist breit, mit denselben Schwerpunkten wie bei Wonderluck und LegendPlay. Die Bonusaktionen: 100 % bis 100 € auf die erste Einzahlung, 50 % bis 500 € wöchentlicher Reload, 10 % bis 500 € Cashback, Accumulator Boost, Bore Draw, Early Payout.
Was kostet es? Sportuna ist die Curaçao-Variante im Offshore-Feld. Die Lizenz ist eine andere als bei Anjouan, in der praktischen Konsequenz für den österreichischen Wettkunden ändert das nichts: Es gibt keine österreichische Aufsicht, keine österreichische Beschwerdestelle, und die Wettgebühr wird abgeführt, ohne dass eine Land-Bewilligung vorliegt.
Überblick: Wie Sportwetten in Österreich organisiert sind
Sportwetten sind in Österreich kein Glücksspiel. Der Verwaltungsgerichtshof hat das in ständiger Rechtsprechung so festgestellt, zuletzt am 2.7.2015 (Ro 2015/16/0019). Damit fällt die Sportwette aus dem GSpG heraus, dem Glücksspielgesetz des Bundes. Die Folge: Es gibt keine bundesweite Konzession, keine bundesweite Aufsicht, keine bundesweite Liste der Buchmacher. Bewilligt werden Sportwetten von jeder der neun Landesregierungen nach ihrem eigenen Wettgesetz.
Die wichtigsten Landesgesetze: das NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), das Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016), das Oö. Wettgesetz, das Steiermärkische Wettgesetz, das Kärntner Wettgesetz, das Salzburger Wettgesetz, das Tiroler Wettgesetz, das Vorarlberger Wettgesetz und das Burgenländische Wettgesetz. Jedes dieser Gesetze regelt, wer in dem Bundesland Wetten anbieten darf, unter welchen Bedingungen, mit welchen Limits und mit welchem Spielerschutz.
Was alle Landesgesetze gemeinsam haben: das Mindestalter 18, die Pflicht zur Spielpause oder Selbstsperre auf Antrag, und die Strafbarkeit des Anbietens ohne Bewilligung. Die Strafen für Anbieter ohne Bewilligung unterscheiden sich: Wien bis 22.000 €, Oberösterreich bis 20.000 €. Für Wettkunden, die bei einem nicht bewilligten Anbieter wetten, sieht keines der Landesgesetze eine Strafe vor.
Was die Landesgesetze unterscheidet: die Höchsteinsätze und die erlaubten Livewetten. Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse sowie auf den nächsten Torschützen. Niederösterreich hat seine aktuelle Linie nicht öffentlich dokumentiert. Wer auf einen großen Livewetten-Markt Wert legt, sollte das jeweilige Landesgesetz prüfen, bevor er sich für einen Anbieter entscheidet.
Die Wettgebühr von 5 % auf den Einsatz gilt seit dem 1. April 2025, eingeführt durch das BGBl. I Nr. 7/2025. Die Gebühr schuldet der Anbieter, nicht der Wettkunde; ob der Anbieter sie an den Wettkunden weitergibt, ist seine Entscheidung. tipp3 etwa zieht 5 % vom Gewinn ab, andere Anbieter könnten die Gebühr in die Quote einpreisen, ohne sie offen auszuweisen. Der Buchfinanzgerichtshof (BFG) hat am 12.5.2026 eine Beschwerde eines Anbieters gegen die Gebühr zurückgewiesen; die Gebühr ist damit rechtlich bestandskräftig.
Was in Österreich ausdrücklich nicht erlaubt ist: Wetten auf virtuelle oder aufgezeichnete Rennen. Solche Wetten sind Glücksspiel und fallen unter das GSpG; eine Bewilligung nach einem Wettgesetz der Länder ist dafür nicht möglich. Wetten auf Politik oder TV-Shows sind nach der Auffassung des BMF grundsätzlich nicht zulässig. E-Sport ist nicht abschließend geregelt; was einzelne Anbieter anbieten, ist deren unternehmerische Entscheidung, nicht durch ein Landesgesetz gedeckt.
Reformpläne: Das Glücksspielreformgesetz 2026, Stand 14.10.2026 noch im Entwurf, sieht ein Sperrregister und ein Limitregister vor. Beide Register sind für GSpG-Glücksspiel gedacht, nicht für Sportwetten. Sollte die Reform in Kraft treten, ändert sich für Sportwetten vorerst nichts; eine Ausweitung auf den Sportwetten-Bereich ist politisch im Gespräch, aber nicht im Gesetz.
Rechtliche Lage: Wettgebühr, Bewilligung und Grauzone
Die Wettgebühr ist die sichtbarste Änderung der letzten Jahre. Seit dem 1. April 2025 unterliegt jeder Einsatz auf eine Sportwette in Österreich einer Gebühr von 5 Prozent. Die Gebühr ist im § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG geregelt, geändert durch das BGBl. I Nr. 7/2025. Die Basis ist der Einsatz selbst, nicht der Gewinn; die Gebühr schuldet der Anbieter, nicht der Wettkunde.
Was die meisten Wettkunden nicht wissen: Die Gebühr wird auch für Wetten fällig, die bei einem Anbieter ohne österreichische Bewilligung platziert werden, sofern der Anbieter die Wetten in Österreich vermittelt. Der Anbieter führt die Gebühr ab, unabhängig davon, ob er eine Land-Bewilligung hat. Das bedeutet: Die Zahlung der Wettgebühr ist kein Nachweis für eine österreichische Bewilligung. Wer einen Anbieter ohne Bewilligung nutzt, zahlt die gleiche Gebühr, hat aber keine österreichische Aufsicht.
Die Bewilligung selbst ist Landesrecht. tipp3 nennt die Bewilligung der NÖ Landesregierung vom 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020. win2day nennt die Bewilligung derselben Landesregierung. Vierklee nennt die Bewilligung der Tiroler Landesregierung, Zl. IIa.10.065/144-0. Admiral nennt eine Bewilligung der OÖ Landesregierung. Bei Starsportwetten ist die Bewilligung eines Bundeslandes erkennbar, das Land und der Bescheid sind aber nicht öffentlich dokumentiert. Bei Merkur Bets gilt das gleiche.
Was eine Bewilligung konkret bedeutet: Der Anbieter hat vom jeweiligen Bundesland die Erlaubnis erhalten, in diesem Bundesland Sportwetten anzubieten. Die Erlaubnis ist an Auflagen gebunden, die je nach Landesgesetz variieren — Sitz des Unternehmens, technische Voraussetzungen, Spielerschutz, finanzielle Eignung. Wer bei einem Anbieter mit Bewilligung wettet, hat im Streitfall eine österreichische Aufsichtsbehörde, an die er sich wenden kann.
Die Grauzone: Anbieter mit Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan sind in Österreich nicht bewilligt, können aber über das Internet Wetten an österreichische Kunden vermitteln. Der VwGH hat am 9.4.2026 entschieden, dass die Bewilligungspflicht an den Ort der Datenbereitstellung anknüpft; wer seine Server im Ausland hat, fällt nach dieser Lesart nicht unter das österreichische Wettgesetz. Die politische und rechtliche Debatte darüber ist nicht abgeschlossen. Wettkunden, die bei solchen Anbietern wetten, bewegen sich in einer Grauzone, die je nach Bundesland und Auslegung des Gesetzes unterschiedlich bewertet wird.
Wettgewinne versteuern? Für private Wettkunden in Österreich gibt es keine klare Steuervorschrift, die Wettgewinne erfasst. Lotteriegewinne sind in bestimmten Konstellationen steuerfrei, Wettgewinne sind nicht explizit geregelt. Wer sichergehen will, fragt einen Steuerberater oder das Finanzamt; eine pauschale Aussage, dass Wettgewinne steuerfrei sind, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten.
Häufige Fragen zu Wetten in Österreich
Muss man Wettgewinne in Österreich versteuern?
Eine klare gesetzliche Regelung für Wettgewinne privater Wettkunden findet sich in den vorliegenden Quellen nicht. Lotteriegewinne sind in bestimmten Konstellationen steuerfrei, für Wettgewinne gibt es keine vergleichbar eindeutige Vorschrift. Wer sichergehen will, wendet sich an einen Steuerberater oder das Finanzamt Österreich, das die individuellen Umstände prüfen kann. Die Wettgebühr von 5 Prozent, die seit April 2025 erhoben wird, ist eine Anbieterabgabe und keine Wettkundensteuer.
Sind Sportwetten in Österreich legal, und wer erteilt die Bewilligung?
Sportwetten sind in Österreich legal, sofern der Anbieter eine Bewilligung des jeweiligen Bundeslandes hat. Bewilligt werden sie nicht vom Bund, sondern von jeder der neun Landesregierungen nach dem eigenen Wettgesetz. Eine nationale Bewilligung, eine nationale Liste der Buchmacher und eine nationale Aufsicht gibt es für Sportwetten nicht. Die bekanntesten Anbieter mit Bewilligung sind tipp3 und win2day (Niederösterreich), Vierklee (Tirol), Admiral (Oberösterreich).
Gibt es eine nationale Lizenz oder eine österreichweite Liste der Wettanbieter?
Nein. Sportwetten sind kein Glücksspiel im Sinne des GSpG, daher gibt es keine bundesweite Konzession. Die Bewilligung wird von den Landesregierungen erteilt, und es gibt keine zentrale Stelle, die alle bewilligten Anbieter auflistet. Wer prüfen will, ob ein Anbieter bewilligt ist, liest das Impressum und die AGB des Anbieters oder fragt direkt bei der zuständigen Landesregierung nach.
Welche Höchsteinsätze und Regeln für Livewetten gelten in den Bundesländern?
Die Höchsteinsätze und Livewetten-Regelungen sind in den jeweiligen Landesgesetzen geregelt und unterscheiden sich. Oberösterreich und Niederösterreich nennen 500 € pro Wette, Wien 50 € pro Wette am terminal ohne Schalter. Livewetten sind in Wien nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis erlaubt, in Oberösterreich auch auf numerische Zwischenstände und den nächsten Torschützen. Wer Livewetten in voller Breite nutzen will, sollte das Wettgesetz des Bundeslandes prüfen, in dem der Anbieter bewilligt ist.
Wie wird aus Einsatz und Quote die Auszahlung einer Wette berechnet?
Die Auszahlung ist Einsatz × Quote. Bei einer 50-€-Wette auf Quote 2,50 bekommt der Wettkunde 125 € zurück, davon 75 € Gewinn. Die Wettgebühr von 5 Prozent, die der Anbieter schuldet, kann der Anbieter weitergeben; tipp3 etwa zieht 5 Prozent vom Gewinn ab. Bei verlorenen Wetten entfällt der Abzug, der Anbieter trägt die Gebühr selbst. Cash-Out-Wetten und einige Spezialmärkte sind bei tipp3 vom 5-Prozent-Abzug ausgenommen.
Wie ist die Lage bei Anbietern mit Lizenz aus Malta oder Curaçao?
Solche Anbieter haben keine österreichische Bewilligung. Eine Malta- oder Curaçao-Lizenz ist keine Land-Bewilligung und keine GSpG-Konzession, sie ist eine Lizenz des jeweiligen Herkunftslandes. Ob der Anbieter in Österreich legal operiert, hängt von der Auslegung des jeweiligen Landesgesetzes ab; der VwGH hat am 9.4.2026 entschieden, dass die Bewilligungspflicht an den Ort der Datenbereitstellung anknüpft. Wettkunden, die bei solchen Anbietern wetten, haben keine österreichische Aufsicht, an die sie sich bei Streit wenden können. Die Wettgebühr von 5 Prozent wird auch für diese Wetten fällig, ohne dass eine Land-Bewilligung dahinter steht.
Rechtslage – wettengutschein
Inhalt erstellt vom Team «wettengutschein»
